Gutartiger Lagerungsschwindel – Eine Kopfdrehung genügt

Gutartiger Lagerungsschwindel ist auch unter dem Begriff benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) bekannt und macht sich typischerweise durch einen plötzlich auftretenden Drehschwindel bemerkbar. Für den gutartigen Lagerungsschwindel ist sein anfallartiges Auftreten, die Dauer von wenigen Sekunden sowie ein sehr plötzliches Ende des Schwindelanfalls charakteristisch. Ausgelöst wird BPLS in der Regel durch rasche Kopfbewegungen wie zum Beispiel beim Umdrehen im Bett, Aufrichten aus einer Liegeposition oder bei schnellem Bücken. Glücklicherweise ist der gutartige Lagerungsschwindel, wie es der Name auch schon erahnen lässt, im Prinzip harmlos. Wobei er für alle Betroffenen natürlich sehr unangenehm ist - Mit gezielten Befreiungsmanövern kann man jedoch dagegen vorgehen!

Wie entsteht benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel?

Gutartiger Lagerungsschwindel wird in der Regel durch die Ablösung kleiner Ohrsteinchen, auch Otolithen oder Statolithen genannt, von den Makulaorganen Sacculus und Urticulus hervorgerufen. Die gelösten Ohrensteine gelangen dann in die sogenannten Bogengänge, die zum Gleichgewichtsorgan gehören. Dort angekommen, lösen sie bei bestimmten Kopfbewegungen widersprüchliche Sinnesreize, und damit den Schwindel, aus.

Obwohl die genaue Ursache für das Ablösen der Otolithen beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel derzeit noch unbekannt ist, geht man von verschiedenen möglichen Ursachen aus: Zum einen könnte eine Entzündung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr der Grund für das Lösen der Steinchen sein, wobei vorangegangene Sport- und Verkehrsunfälle ebenfalls in Frage kommen. Fortgeschrittenes Alter kann ebenfalls ein Grund für den gutartigen Lagerungsschwindel sein, ebenso wie ein Schädeltrauma sowie Kopfverletzungen.

Das können Sie bei gutartigem Lagerungsschwindel tun

Der Arzt kann anhand unwillkürlicher Augenbewegungen (Nystagmen) erkennen, welcher Bogengang betroffen ist. Dabei ist die Richtung, in die sich die Augen beim Nystagmus bewegen, entscheidend. Eine Möglichkeit der Behandlung sind gezielte, durch einen Therapeuten geführte Kopfbewegungen - sogenannte Befreiungsmanöver - die die Ohrsteinchen in ihre natürliche Position zurückbringen.

Da die Ohrsteinchen sich erneut lösen und somit auch wieder in den Bogengang zurückgelangen können, ist ein Rückfall jederzeit möglich. Genauso ist aber auch ein Befreiungsmanöver wiederholbar und behebt die Symptome des gutartigen Lagerungsschwindels in kurzer Zeit.

Nutzen Sie Übungen zur Schulung Ihres Gleichgewichts und versuchen Sie, ruckartige und plötzliche Bewegungen zu vermeiden, wenn Sie an dieser Form des Schwindels leiden. So wird Sie der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel im Alltag kaum beeinträchtigen.

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