„Migräne-Schwindel“: Chamäleon unter den Schwindel-Formen

Bei der vestibulären Migräne (Schwindel-Migräne) ist der Schwindelanfall mit weiteren Symptomen verbunden, die für eine Migräne typisch sind. Die Beschwerden können der Schwindelattacke vorausgehen oder sie begleiten: Möglich sind Licht- und Lärmempfindlichkeit, Ohrgeräusche (Tinnitus), Sehstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen. Auch starke Kopfschmerzen sind ein häufiges begleitendes Symptom; sie stehen bei etwa 60 Prozent der Patienten in zeitlichem Zusammenhang mit den Schwindelanfällen. Nach wenigen Stunden Ruhe klingen die Beschwerden in der Regel von allein wieder ab.

Die Symptome bei vestibulärer Migräne sind jedoch manchmal wenig eindeutig, so dass man sie auch als „Chamäleon unter den episodischen Schwindel-Formen“ bezeichnet. Für den Arzt ist es daher wichtig, dass Sie ihm eventuelle Hinweise auf Migräne in der Vergangenheit mitteilen. Morbus Menière kann ähnliche Symptome verursachen und muss daher zunächst vom Arzt differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden. Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, werden die Diagnosekriterien der Barany-Society herangezogen.

Die Behandlung der vestibulären Migräne ist ähnlich wie bei der klassischen Migräne. Je nach Schweregrad werden prophylaktisch, also zur Vorbeugung der Attacken, Medikamente gegeben. Außerdem sollte der Patient darauf achten, sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Ideal geeignet sind alle Ausdauersportarten, wie beispielsweise Joggen, Schwimmen und Fahrradfahren. Eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung von Migräne kann auch Stressabbau sein. Dies ist z.B. möglich mit Progressiver Muskelrelaxation (PMR), Autogenem Training, Meditation oder anderen Entspannungsverfahren.

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