Wenn Reisen, Medikamente oder Durchblutungsstörungen schwindelig machen

Schwindel kann, wie dargelegt, vielfältige Ursachen haben – das liegt daran, dass sehr viele Körpersysteme gemeinsam dafür sorgen, dass wir uns sicher im Raum bewegen. Hier stellen wir Ihnen weitere wichtige Formen des Schwindels vor: die Kinetose, den medikamenteninduzierten Schwindel und Schwindelanfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen (Benommenheitsschwindel, orthostatischer Schwindel).

 

Kinetose (Reisekrankheit)

Als Kinetose bezeichnet man das Unwohlsein, das landläufig als Seekrankheit oder Reisekrankheit bekannt ist. Hintergrund sind widersprüchliche Informationen an das Gleichgewichtssystem, wenn man einer passiven Bewegung – z.B. im Flugzeug, Auto oder Schiff – ausgesetzt ist. Einige Sinneszellen nehmen die Bewegung wahr, andere hingegen Unbeweglichkeit (z.B. wenn man nicht nach draußen schaut, sondern das statische Umfeld im Blick hat). Die Folge dieser „Sinnesverwirrung“ kann Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sein. Trotz der oft heftigen Symptome handelt es sich bei der Kinetose nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern um eine normale und sinnvolle Reaktion des Körpers auf eine vermeintliche Gefahr.

 

Medikamenteninduzierter Schwindel

Eine ganze Reihe von Medikamenten kann Schwindel als Nebenwirkung auslösen – Klarheit gibt jeweils der Beipackzettel. Ein möglicher Mechanismus, der dahinter steht, ist eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Senkung des Blutdrucks. Zu beachten sind auch Wechselwirkungen von Medikamenten untereinander, wenn man mehrere Arzneimittel einnehmen muss. Eine besonders wichtige Rolle spielt der medikamenteninduzierte Schwindel für Senioren, denn im Alter verändert sich der Körper und damit auch die Reaktion auf manche Arzneimittel. Präparate ohne bekannte Neben- und Wechselwirkungen sind daher ideal für Patienten, die unter Schwindel leiden.

 

Schwindel bei Herz-Kreislauf-Beschwerden

Wird es einem manchmal beim Aufstehen schwindelig, so hat das oft mit dem Herz-Kreislauf-System zu tun, das sich erst an die Aktivität anpassen muss. Ein solcher orthostatischer Schwindel (gr. orthos = aufrecht, gr. stasis = Stehen) beruht auf einer kurzzeitigen Durchblutungsstörung und deutet nicht zwingend auf eine schwere Erkrankung hin. Es gibt jedoch auch ernst zu nehmende Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit Schwindel verbunden sind, z.B. Herzfehler, Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelschwäche. Typisch ist hier ein Benommenheitsschwindel bis zum Schwarzwerden vor Augen oder sogar kurzzeitige Bewusstlosigkeit, manchmal kombiniert mit kaltem Schweiß oder Herzrasen. Ursache für diese Schwindelzustände sind Durchblutungsstörungen von Gehirn und Gleichgewichtsorgan. Auch ein zu hoher Blutdruck und eine dadurch bedingte unregelmäßige Durchblutung kann Schwindel und Benommenheit hervorrufen.

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