Schwindelarten: Karussell, Schiff, Aufzug – oder „Watte im Kopf“?

Die Art des Schwindels gibt dem Arzt wichtige Hinweise darauf, wo die Ursachen der Beschwerden zu suchen sind. Die erste wichtige Frage lautet daher: „Hat der Schwindel eine Richtung?“ Schwindelarten, denen der Betroffene eine Richtung zuordnen kann, haben oft eine konkrete Ursache, z.B. eine Schädigung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr (peripher-vestibuläre Störung). Solche gerichteten Schwindelarten werden in Dreh-, Schwank- und Liftschwindel unterteilt.

  • Beim Drehschwindel hat man das Gefühl, dass die Welt um einen herum sich dreht oder wegkippt – gerade so, als befinde man sich in einem Karussell. Ein solcher Schwindel tritt z.B. auf bei Morbus Menière, bei gutartigem Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Schwindel) oder bei akutem Ausfall des Gleichgewichtsorgans (Neuropathia vestibularis).
  • Der Schwankschwindel schlägt sich in Gang- und Standunsicherheit nieder, man hat das Gefühl, dass entweder die Umwelt schwankt oder man selbst – wie auf einem Schiff bei starkem Seegang. Dieser Schwindel ist typisch z.B. für somatoformen Schwindel, also Schwindel, der psychisch bedingt ist.
  • Beim Liftschwindel fühlt sich der Betroffene wie in einem anfahrenden Fahrstuhl: Der Boden scheint sich zu heben und zu senken. Liftschwindel kann ebenfalls auf somatoforme Ursachen hinweisen.

Im Gegensatz zu diesen gerichteten Schwindelarten bezeichnet man es als ungerichteten Schwindel oder Benommenheitsschwindel, wenn der Betroffene allgemein unsicher auf den Beinen ist, sich „schwummrig“ fühlt oder Sehstörungen hat (wie Doppelbilder oder Schwarzwerden vor Augen). Viele Patienten sprechen auch von „Watte im Kopf“. Ungerichteter Schwindel kann u.a. auf Herz-Kreislauf-Probleme oder Stoffwechselerkrankungen, aber auch auf Sehstörungen als Ursache hinweisen.

Wenn die Ursache nicht ersichtlich ist

Neben den Schwindelarten, deren Symptome auf bestimmte Erkrankungen hinweisen können, gibt es Schwindelarten, deren Ursachen nicht eindeutig oder vielfältig sind. Daher fasst man sie unter dem Begriff multifaktorieller Schwindel zusammen, d.h. Schwindel, der von mehreren Faktoren beeinflusst wird.

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